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Montessori-Momente

 

Auf einem meiner Lieblingsblog, den „Eltern vom Mars“, bin ich über den Begriff des Montessori-Moments gestolpert und das hat mir sehr gefallen. Ich verstehe darunter einen Moment im Alltag, wo ich mein Kind dabei beobachte, wie es eine herausfordernde Tätigkeit selbstständig und konzentriert ausführt und dabei eine große Zufriedenheit und Freude am Tun ausstrahlt. Die Motivation kommt aus dem Kind und wir brauchen nicht mehr tun, als zuzusehen und zu staunen. Diese Momente sind wunderschön für mich als Mama, da geht mein Herz über vor Liebe und Ehrfurcht. Zwei dieser Momente aus der letzten Zeit würde ich gern mit euch teilen.

 

 

Schon vor etwa einem Jahr entdeckte der Sohnemann sein Interesse an Scheren. Zu Beginn werkten wir mit einer kleinen Kindernagelschere, die er mit beiden Händen griff und damit Papierstreifen durchschnitt, die ich für ihn gehalten habe. Das Interesse ebbte wieder ab und wurde erst im Herbst wieder aktuell. Ich besorgte passende Kinderbastelscheren, doch nach wie vor wollte er lieber mit zwei Händen schneiden und ich sollte das Papier halten. Ich zeigte ihm immer wieder mal das Schneiden mit einer Hand, führte ihm eine langsame, fließende Bewegung vor und kommentierte sie mit einfachen Worten (auf – zu). Er schaute zu, aber wollte es nicht versuchen und das war total okay für mich. Und plötzlich, an einem ruhigen Nachmittag vor zwei Wochen, als der Papa und die Schwester ein kleines Schläfchen hielten, nahm er die Schere in die rechte Hand, so wie ich es ihm schon mehrmals gezeigt hatte, hielt den von mir vorbereiteten Papierstreifen mit der linken Hand und begann zu schneiden. Er arbeitete achtsam und langsam mit höchster Konzentration und schnitt Stück für Stück ab. Die Freude über das Gelingen war so groß und er strahlte über das ganze Gesicht, als er mich ansah und sagte: „J. alleine schneiden“. Wer braucht da noch Lob?

  

 


Ein weiterer Moment fand vor unserem verschneiten Haus statt, als wir nach draußen gingen. Das Töchterlein schlief bei mir im Tragetuch und mein Mann und ich unterhielten uns kurz, als der Sohnemann plötzlich verschwand. Ich stapfte um die Hausecke und entdeckte ihn bei der Arbeit. Mit seiner kleinen Schneeschaufel, die er von der Oma zum zweiten Geburtstag bekommen hatte, räumte er den Weg und die Treppe rund ums Haus. Geschickt und selbstsicher schaufelte er den Schnee zur Seite und legte dabei eine Ernsthaftigkeit und Ausdauer an den Tag, die das Beobachten zu einer großen Freude machte.

 

 

 

 

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