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DIY: Learning Tower nach Montessori

 

 

 

Ein zentrales Element in der Montessoripädagogik ist die vorbereitete Umgebung. Die Umgebung des Kindes, also vor allem die Wohnung, sollte so eingerichtet sein, dass das Kind größtmögliche Selbstständigkeit erhält. In der Küche ermöglicht der Learning Tower dem Kind, die Arbeitsplatte zu erreichen und so beim Kochen und Abwaschen zu helfen, sich selbstständig einen Snack oder ein Getränk zu holen und so weiter. Der Lernturm ist mittlerweile sehr bekannt und in vielen Familien gern genutzt. Nach einigen Recherchen im Netz haben wir uns für die ganz einfache Variante aus zwei Ikea-Hockern entschieden und dieser wird nun seit mehr als einem Jahr tagtäglich genutzt. Der Sohnemann holt ihn bei Bedarf aus der Speisekammer, die sich gleich neben der Küche befindet, und schiebt ihn sich dorthin, wo er ihn braucht. Er klettert selbstständig auf und ab, holt sich Obst oder Wasser, hilft beim Schneiden und Rühren, backt Kuchen und wäscht ab. Demnächst werden wir allerdings eine andere Lösung finden, da der kleine Mann mittlerweile so groß wird, dass er für ein bequemes Arbeiten bald eine etwas niedrigere Höhe braucht.

 

 

Den Learning Tower könnt ihr ganz einfach nachbauen. Ihr braucht dafür:

  • einen Hocker Oddvar
  • einen Tritthocker Bekväm (beide vom Möbelschweden, allerdings nicht in jeder Filiale lagernd)
  • Akkuschrauber, Holzbohrer und Schrauben

Der Tritthocker Bekväm wird laut Anleitung zusammengebaut. Beim Hocker Oddvar lasst ihr eine mittlere Querstrebe weg, damit das Kind selbstständig auf und ab klettern kann. Das Sitzbrett wird nun nicht wie vorgesehen an der Oberseite befestigt, sondern mit vier Schrauben an der Unterseite der vier Beine festgeschraubt. Die Löcher könnt ihr eventuell vorbohren, das erleichtert das Zusammenschrauben.
Nun wird der verkehrt montierte Hocker so auf den Tritthocker gestellt, dass beide Sitzbretter übereinander liegen. Die offene Seite des oberen Hockers sollte dort sein, wo sich das untere Trittbrett befindet. Nun werden beide Sitzbretter von unten zusammengeschraubt. Achtet darauf, nicht zu lange Schrauben zu verwenden ;-).

Wer mag, kann den Lernturm auch noch lackieren oder lasieren. Wir verwenden ihn naturbelassen und er lässt sich eigentlich dennoch recht gut mit Spülmittel, Schwamm und Wasser reinigen, wenn mal was danebengeht beim Kochen. 

 

 

Wichtig ist mir noch zu erwähnen, dass diese Variante des Lernturms aus zwei Hockern durchaus kippen könnte, wenn ein kräftiges Kind darauf herumturnt. Bei uns ist nie etwas passiert, aber es war von Anfang an klar, dass darauf gearbeitet und nicht geturnt wird. Eine Zeit lang war ich nicht ganz sicher, ob ich dem Sohnemann hier hundertprozentig vertrauen konnte und habe mich dann immer in der Nähe aufgehalten beziehungsweise meinen Fuß auf die untere Querstrebe gestellt, wenn wir Seite an Seite gearbeitet haben. Ansonsten gibt es noch viele weitere Varianten von selbstgemachten Lerntürmen, die möglicherweise noch stabiler sind.

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