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Vom Backen, Bindung und Bullerbü

 

Seit er etwas älter als ein Jahr alt ist, liebt es der Sohnemann, mit mir zu backen. Inzwischen weiß er, wo sich alle Backzutaten befinden und hantiert damit ganz selbstverständlich. Auch die kleine Schwester ist nun immer öfter mit von der Partie.

 

Natürlich wäre ich allein oft schneller und vielleicht wäre das Ergebnis „perfekter“, aber beim gemeinsamen Backen mit Kindern geht es um so viel mehr als nur um das Backwerk, das entsteht.

 

Miteinander in der Küche werken ist gemeinsam verbrachte Qualitätszeit. Kinder lieben es, das zu tun, was ihre Bindungspersonen machen. Dieses Imitieren, Mitarbeiten und das Gefühl, selbst etwas zu erschaffen und ernsthaft gebraucht zu werden, stärkt den Selbstwert und tut der Bindung gut.

 

Backen fördert Konzentration und Durchhaltevermögen. Kinder begreifen die Sinnhaftigkeit von Reihenfolgen und entwickeln Fähigkeiten in der Handlungsplanung und –ausführung.

 

Kneten, Rühren, Teig ausrollen, Kekse ausstechen und Gebäck einstreichen trainiert die Feinmotorik.

 

Die kleinen Küchenhelfer lernen einen verantwortungsbewussten Umgang mit elektronischen Geräten wie Mixer, Küchenmaschine und Backofen und den verbundenen Gefahren. Auch das Abwägen von Zutaten ist eine spannende Sache. Im Tun entwickelt sich ein erstes Verständnis für Massenmaße und Zahlen. Für kleinere Kinder eignen sich Becher- und Messlöffelrezepte besonders gut.

 

Viele Kinder essen Selbstgebackenes besonders gern. Dabei hat man als Eltern die Kontrolle, was alles hineinkommt in den Teig und kann auf hochwertige Zutaten achten.

 

Ich finde es immer schön, wenn Kinder erfahren, woher die Lebensmittel kommen, die am Tisch stehen. So haben wir schon selbst Getreide beim Erzeuger gekauft, mit der Getreidemühle gemahlen und dann zu Brötchen verbacken. Das ist nicht nur spannend, sondern auch ein kleiner Beitrag, den den Kindern ein Bewusstsein für eine nachhaltige Lebensweise mitzugeben.

 

Und was hat das jetzt alles mit Bullerbü zu tun? Ich bin ein großer Fan von Astrid Lindgren und „Die Kinder aus Bullerbü“ war DAS absolute Lieblingsbuch meiner Kindheit. Ich bekam es zu Ostern, als ich acht Jahre alt war und habe es tatsächlich rund 20 Mal gelesen. Als ich nun über den Blogartikel von Zuckersüße Äpfel mit dem Titel „Ein Rezept für Milchbrötchen wie in Bullerbü“ stolperte, war ich natürlich Feuer und Flamme und wir probierten die Brötchen gleich aus. Seither gibt es sie bei uns regelmäßig, denn sie sind total schnell gemacht und eignen sich gut zum gemeinsamen Backen. Die Kinder formen mit Begeisterung den Teig zu Kugeln und streichen sie mit Milch ein. Die Milchbrötchen schmecken frisch absolut köstlich und eigenen sich auch wunderbar als Proviant für Unternehmungen und Spielplatzbesuche. Wir verwenden übrigens Dinkelmehl und nur ganz wenig Zucker, hier kann man gut variieren.

 

Probiert es aus, habt viel Spaß beim gemeinsamen Backen und lasst es euch schmecken!

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Kleinstadtlöwenmama (Donnerstag, 22 März 2018 12:00)

    Ja, die Milchbrötchen kamen bei uns auch gut an! Gemeinsames Backen ist hier ein fester Bestandteil unseres Alltags - gerne auch mit dem Buch "Die Kinderleichte Becherküche"! :-)

  • #2

    Alina (Mittwoch, 04 April 2018 20:55)

    Hej, ein einfaches und wirklich gschmackiges Rezept! Wir habens gleich mal ausprobiert.. und wieder ausprobiert ... und wieder .... und gleich nochmal.
    Der Große kanns schon ganz alleine backen und länger als einen Tag haben sie bislang nicht gehalten! :-)

    Liegrüs
    Alina